Es ist ein sehr individueller, ungewöhnlicher Weg von Henry T. Even zur Kunst.

Wenngleich für die Kunst nichts außergewöhnlich genug sein mag.

Geboren in Neuss, beruflich in Düsseldorf zuhause, Autodidakt. Sein Atelier befindet sich auf einem Vierkanthof, der mit seinen historischen Wurzeln und seiner Architektur ein Ort der Ruhe ist, der Beständigkeit und zugleich der Kontemplation. Im krassen Gegensatz dazu steht das Werk Evens. Er arbeitet ebenso abstrakt wie expressiv. Dazu  zieht er sich zurück, malt nachts, oft ohne Pausen, an mehreren Werken gleichzeitig und immer wieder mit neuen Ansätzen. Spontane Ideen, seine Gedanken bringt er in wahren Schaffensausbrüchen auf die Leinwände. 

Dabei wächst das Werk unter Ausschluss jeglicher Störung, niemand hat Zutritt zum Atelier. Die absolute Stille öffnet für Even schöpferische Türen. Die innere Balance bietet Raum für den Dialog mit dem Werk. In der Abgeschiedenheit wird für ihn höchste Konzentration möglich. 

Getrieben vom Leben

Auf den Außenstehenden wirkt Even dennoch wie ein Getriebener, ständig aktiv, auf der Suche. Ein Mensch mit innerer Unruhe, der sich ein Ventil sucht. Wer sich auf die Bilder von Even einlässt, entdeckt die psychische Intensität des Entstehungsprozesses ebenso wie den expressiven Strich, den zum Teil massiven Farbauftrag im Gegenspiel mit filigranen Details. Die Ergebnisse sind spektakulär, explosiv und energiegeladen.

Bleibt Even wenig Zeit? Mag sein, dass ein Schicksalsschlag sein Leben beeinflusste. Verbunden mit der Erkenntnis, dass vom Bisherigen vielleicht nichts mehr bleibt. Dies zwingt ihn, sich vollkommen neu zu orientieren. Es ist dieses tiefgreifende, existenzielle Erlebnis, das von ihm einen anderen Blick auf die Welt fordert und zu Neuem zu bewegt. 

Even malt für sich. Er will spüren. Und fühlen. Und sein Werk  schaffen. Soviel ist sicher. 
Das Werk lebt.